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Chronik

Auszug aus der Chronik der Musikkapelle

Hans Fischer – Zusamtaler Musikanten Buttenwiesen e. V.

Angeregt durch die mitreißenden Klänge der Musikkapellen beim Landwirtschaftsfest in Donauwörth, entstand bei den Burschen aus Buttenwiesen die Bereitschaft und Begeisterung zur Musik. Die Initiative zur Aufstellung einer Blaskapelle ging aus von Hans Fischer, Michael Heinle und Xaver Wöger. Diesen jungen Männern gelang es, noch weitere Jungbürger und auch deren Eltern zu begeistern, diesen Plan zu verwirklichen. Nachdem diese noch kein eigenes Einkommen hatten, mussten die Eltern hierfür je 123 RM für die Instrumente beisteuern.

Als Dirigent und Ausbilder wurde der bekannte Musikmeister Otto Benkwitz aus Augsburg gewonnen. Im Juni 1929 begannen die Proben. Dabei muss noch erwähnt werden, dass die Eltern von Hans Fischer, Xaver Wöger und Frau Kreszenz Heinle beachtlich über ihr Soll zur Finanzierung des Vorhaben beitrugen.

Die Gründungsmitglieder der Musikkapelle waren:

Johann BürgerJosef BürgerHans FischerErnst GötzJohann Gundel
Michael HeinleLorenz ItzelsbergerJohann LerchXaver LerchKarl Mair I
Karl Mair IIJosef MayrJosef MüllerGeorg PöhlmannXaver Wöger

Es begann nun für die jungen Männer eine harte Zeit mit den Probearbeiten gepaart mit finanziellen Opfern. Die Arbeit lohnte sich. Schon in der Christnacht 1929 konnte die junge Kapelle am Bahnhof in Buttenwiesen das ansprechende Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ von Josef Gruber der erstaunten und hocherfreuten Öffentlichkeit darbieten. Trotz der Kälte und des hohen Schnees hatten sich viele Neugierige eingefunden, die als Bewunderer freudig weggingen.

Im Juni 1930 trat Josef Heinle als 16. Mitglied der Kapelle bei; er war ab diesem Zeitpunkt für 65 Jahre lang als aktiver Bassist tätig.

Die ausdauernde Ausbildung, gepaart mit dem musikalischen Können und pädagogischen Geschick des Musikmeisters Benkwitz, trug schon alsbald gute Früchte. 1931 wurde das Gründungsfest des „Musikvereins Buttenwiesen“ begangen. Die Musikkapellen aus Oberndorf und Pfaffenhofen wirkten mit. Die Musikkapelle Oberndorf, ebenfalls ein Werk von Otto Benkwitz, übernahm die Patenschaft. Bei diesem Fest zeigte sich die Kapelle Buttenwiesen erstmals in einheitlicher Kleidung. Das Gründungsfest war ein voller Erfolg und schuf somit den Grundstein für den guten Ruf und das Ansehen der Kapelle.

Am 18. April 1932 gab sich der Musikverein eine Satzung. Es ist folgende Vorstandschaft genannt:

  • Dirigent: Otto Benkwitz
  • Vorstand: Hans Fischer
  • Kassierer: Johann Gundel
  • Beisitzer: Leonhard Wöger, Josef Mayr

In der Folgezeit wurde die Kapelle bedingt durch ihr gutes Musizieren, den Mühen ihres Dirigenten und angespornt durch ein dankbares Publikum der Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Buttenwiesen und der näheren Umgebung. Kirchliche und weltliche Feiern aller Art verschönte sie musikalisch. Schon alsbald nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Jahre 1933 wurde die junge Musikkapelle auf Druck der Partei bei Veranstaltungen nicht nur im Unteren Zusamtal, sondern im Bereich des ehemaligen Bezirksamtes Wertingen eingesetzt, obwohl zunächst nur einige Musiker der Kapelle Mitglieder einer Organisation waren. Eine Trommlergruppe wurde der Kapelle noch angegliedert.

Die Kapelle hat 1938 zur Verschönerung der Primiz des in Buttenwiesen beheimateten Neupriesters Pater Hermann Gleich wesentlich beigetragen.

Der im September 1939 begonnene 2. Weltkrieg beendete das Musizieren; die jungen Männder wurden zu den Waffen gerufen.

Von der Kapelle starben für das Vaterland der tatkräftige Leiter Hans Fischer und die Musikkameraden Ernst Götz, Josef Mayr, Georg Pöhlmann. Der Trauergottesdienst für die im Krieg Gefallenen im Sommer 1945 war Anlass zum Neubeginn der Musikkapelle. Zu den noch vorhandenen Mitgliedern der ehemaligen Kapelle konnten wieder junge Burschen für die Musik begeistert werden. Nun waren es Xaver Wöger, der auch die Leitung übernahm, und Josef Heinle, von denen der Anstoss ausging. Folgende Männer traten in die Kapelle in der Zeit von 1945 – 1950 ein:

  • Leonhard Fischer
  • Michael Baur
  • Hans Mengele
  • Karl Mailänder

Als Dirigent konnte 1945 der fähige Musikmeister Josef Eichner aus Augsburg verpflichtet werden. Ihm gelang es wieder einen harmonischen Klangkörper zu schaffen. Die wiedererstandene Kapelle nahm im Gedenken an ihren im Krieg gebliebenen Leiter und Mitbegründer den Namen "Musikkapelle Hans Fischer Buttenwiesen" an.

1954 trat die Kapelle dem Allgäu-Schwäbischen Musikbund bei und ist Mitbegründer des Bezirkes 15. Bei zahlriechen Auftritten, inzwischen in der neuen Tracht, stellte sie ihr musikalisches Können unter Beweis. Beim Wertungsspiel in Gersthofen 1955 errang sie das Prädikat „Gut mit Lob“. Das 2. Bezirksmusikfest des Bezirkes 15 richtete die Kapelle 1957 in Buttenwiesen aus. Das Fest war ein voller Erfolg, es fand einen großen Anklang.

In den Jahren 1952 – 1960 sind in die Kapelle eingetreten:

  • Karl Beutmiller
  • Hans Heckl
  • Stefan Kapfer
  • Georg Müller
  • Gerhard Ohlenschläger
  • Horst Richter
  • Ludwig Sindl jun.

Am 16. Juni 1961 verstarb der verdiente Dirigent und Musiklehrer Josef Eichner. Es war für die Kapelle ein schwerer Verlust. Nun zeigte sich das Talent des Leiters der Kapelle. Er hielt sie zusammen und schlug schließlich noch 1961 den Musikkameraden Gerhard Ohlenschläger zum Dirigenten vor. Der Vorschlag fand die Zustimmung aller Musiker. 1963 – 1968 traten der Kapelle bei:

  • Anton Bestle
  • Irmgard Fischer
  • Leonhard Hörmann
  • Josef Kapfer
  • Karl Kratzer
  • Franz Motzke
  • Engelbert Riegel
  • Gerhard Scherer
  • Ludwig Sindl sen.
  • Josef Wegner
  • Franz Wetzstein
  • Franz Wöger
  • Hans Wörle
  • Franz Nosalski
  • Arthur Miller

Der plötzliche Tod des Mitbegründers, Vorstand, Organisator und stellvertetenden Dirigenten Xaver Wöger am 15.02.1966 traf die Kapelle schwer. Um ihn trauerten seine 22 Musikkameraden.

Im Sommer des gleichen Jahres fand das 8. Bezirksmusikfest des Bezirkes 15 wiederm in Buttenwiesen statt. Dazu wurde die Kapelle neu eingekleidet, mit einer schwarzen Lederbundhose, grauen Kniestrümpfen, einer weinroten Weste, einem grünen Janker sowie einem schwarzen Hut mit goldener Kordel. Der linke Oberarm wurde mit dem Gemeindewappen von Buttenwiesen verziert. An dem Wertungsspiel nahmen 21 Kapellen teil und beim Festzug durch das fahnengeschmückte Buttenwiesen spielten 24 Gastkapellen auf. Für Buttenwiesen war es ein großes Ereignis und für die ausrichtende Kapelle ein nachhallender Erfolg. Dabei wurden vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund Bezirk 15 folgende Mitglieder der Kapelle zu „Ehrenmitgliedern“ ernannt, die sich zwischenzeitlich vom aktiven Musizieren zurückgezogen hatten:

  • Johann Bürger
  • Josef Bürger
  • Johann Gundel
  • Alois Hermann
  • Lorenz Itzelsberger
  • Johann Lerch
  • Karl Mair I
  • Karl Mair II

Der amtierende Dirigent Gerhard Ohlenschläger ist für eine 25-jährige Tätigkeit als aktiver Musiker geehrt worden. Alsbald nach diesem Fest gab es einen Wechsel im Dirigentenamt: es folgte der Militärmusiker Otto Miller aus Gersthofen. Eine entscheidende Änderung in der Verfassung des Vereins trat ein. In der Versammlung am 25. August 1966 wurde beschlossen, einen eingetragenen Verein zu gründen, ihn ins Vereinsregister eintragen zu lassen und auch passive Mitglieder als Freunde und Gönner der Kapelle in den Verein aufzunehmen.

Folgende Vorstandschaft wurde gewählt:

  • 1. Vorstand: Anton Schuster
  • 2. Vorstand: Leonhard Fischer
  • Schriftführer: Josef Heinle
  • Kassierer: Karl Mailänder
  • Beisitzer: Michael Heinle, Ulrich Müller, Josef Wegner

Beim 9. Bezirksmusikfest des Bezirkes 15 in Welden 1968 erreicht die Kapelle beim Wertungsspiel das Prädikat „Gut mit Lob“.

Ab 1971 stand Josef Scherer an der Spitze des Musikvereins. Ihm gelang es nicht nur im gleichen Jahre 17 und in den folgenden zwei Jahren weitere acht Jugendliche zu gewinnen, die das Spielen auf und mit Musikinstrumenten erlernen wollten, sondern auch die Zahl der passiven Mitglieder auf 19 zu steigern.

In Ausbildung traten:

Hans Edelmann, Irmgard Eser, Jürgen Eser, Franz Fischer, Anton Gröbl, Otto Hörmann, Heidi Holzmann, Gunter Hösl, Michael Hösl, Norbert Humml, Werner Kotter, Regina Kuisl, Helmut Leichtle, Anneliese Mengele, Hans Mengele jun., Jochen Meyen, Ulrich Müller jun., Franz Pirzl, Karin Richter, Wolfgang Scherer, Hansjörg Schuster, Carla Sehnal, Werner Weber, Sonja Wild, Werner Wild.

1976 – 1980 kamen hinzu:

Alfred Achner, Harald Achner, Ulrich Achner, Christian Blessing, Alexander Käsbohrer, Thomas Müller, Josef Weber jun., Franz-Josef Wenger, Bernhard Wild.

Bei der Ausbildung dieser Jugendlichen leistete der Dirigent Otto Miller Pionierarbeit, so dass die Jungmusiker alsbald die Bläserprüfung A und ein Großteil die Prüfung B erfolgreich ablegen konnten. Nachdem 1974 der erste Flügelhornist Josef Kapfer den Dirigentenkurs erfolgreich absolviert hatte, unterstützte er den Dirigenten bei der Ausbildung der Jungbläser tatkräftig. Außerdem leitete er die Kapelle bei vielen Auftritten als Stimmungskapelle.

In der Generalversammlung des Musikvereins am 26.09.1976 beschlossen die Mitglieder einstimmig, sich nun „Musikkapelle Hans Fischer – Zusamtaler Musikanten e. V.“ zu nennen. Der Mitgliederstand betrug 67, davon 42 aktive und 25 passive Mitglieder. Höhepunkte des Jahres 1977 waren das großartige Musizieren der Kapelle anlässlich der 650-Jahrfeier der Stadterhebung der Grenzstadt Vils in Tirol und das sehr gute Abschneiden (1. Rang) beim Bezirksmusikfest in Welden. Auf 95 ist zwischenzeitlich der Mitgliederstand angewachsen; davon 21 aktive Musiker und 9 Zöglinge.

Nachdem vom Vorstand in langwieriger Forschungsarbeit im Bayerischen Staatsarchiv Neuburg a. d. Donau und im Archiv der Wertinger Zeitung umfangreiches Material beschafft werden konnte und somit der lückenlose Nachweis gelang, dass in Buttenwiesen seit 1862 durch Kapellen bzw. Vereine Musiziert wird, ist am 6. Mai 1978 im historischen Kaisersaal der ehrwürdigen Benediktinerabtei Ottobeuren in einem Festakt die begehrte „ProMusica-Plakette“, gestiftet vom Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke, der Musikkapelle verliehen worden.

Im Mai 1979 feierte die Kapelle die Verleihung der „ProMusica-Plakette“ und verband damit gleichzeitig ihr 50. Gründungsfest. 29 Kapellen aus Nah und Fern waren versammelt; auch die Musikfreunde und die Bürgermusikkapelle aus Vils in Tirol gab dem Verein die Ehre. Bei herrrlichem Sonnenschein war der große Festzug durch den geschmückten Zentralort des Unteren Zusamtals ein Erlebnis. Zahlreiche, verdiente Musiker konnten für langjährige Dienstzeiten durch Überreichung von Urkunden und Ehrennadeln geehrt werden. Die neun Festdamen Gerlinde Bihlmeier, Liane Bürger, Petra Eser, Doris Hartl, Andrea Hörmann, Elisabeth Mengele, Anita Rößler, Heidi Scherer und Gabi Umlauft stifteten ein schönes Fahnenband. Es war ein gelungenes Fest. Der Verein zählt 102 Mitglieder.

Der um die Musikkapelle verdiente Dirigent Otto Miller gab nach seinem 70. Geburtstag den Taktstock ab. Der hohe Leistungsstand der Musikkapelle war seinem ausgeprägten musikalischen Können und Lehrgeschick zu verdanken. Er wurde deshalb 1981 zum „Ehrendirigenten“ ernannt.

Ab Februar 1980 konnte der 30-jährige Musiklehrer Joe Beck aus Dillingen als Dirigent gewonnen werden. Mit Fleiß und Energie widmete er sich ebenso wie der Vereinsvorstand Josef Scherer intensiv der Nachwuchsförderung. Eine Jugenkapelle mit 25 Jungmusikern wurde gegründet und ein Jahr später weitere 12 in Ausbildung genommen.

Es waren folgende Jugendliche: Manuela Baur, Franz Brummer, Anton Fink, Christine Fink, Hans Fischer, Klaus-Dieter Hampl, Paul Häusler, Gerhard Hefele, Robert Hell, Alexander Hillenbrand, Max Hillenbrand, Katja Hösl, Thomas Hubl, Alexander Käsbohrer, Dietmar Kaltner, Reinhold Kaltner, Josef Kapfer, Andreas König, Marion Kotter, Barbara Kraus, Werner Kraus, Peter Kuss, Gerhard Mengele, Karl Mengele, Peter Nefzger, Heinz Nefzger, Ulrike Nefzger, Johanna Müller, Erich Pest, Dietmar Proksch, Simone Proksch, Andrea Ronecker, Helmut Rott, Susanne Schülein, Barbara Wech, Christof Wech, Mathias Wech, Carlo Wild.

1981 anlässlich seines 70. Geburtstages (24.01.1911) wurde der Musiker (Tubist) Josef Heinle, nach über 50-jähriger aktiver Zugehörigkeit zur Kapelle zum „Ehrenmitglied“ ernannt.

Nach harter Probenarbeit, viel Engagement von Seiten des Dirigenten aber auch Begeisterung bei den Jungmusikern und hohem finanziellem Einsatz durch den Verein trat die Jugendkapelle am 6. März 1982 erstmals bei der Motorradausstellung in Buttenwiesen musizierend in Erscheinung und fand begeisterte Zuhörer. Insbesondere bei ihren Auftritten in Lauterbach, beim Festzug in Unterthürheim u. a. zeigte sie ihr Können. Erstmals wirkte sie mit beim großen Weihnachtskonzert der Kapelle 1982. In der Folgezeit entwickelte sich die Jugendkapelle weiter positiv und spielte bei verschiedenen Anlässen selbständig oder vereint mit der Stammkapelle. Sie wurde auch entsprechend eingekleidet.

1984 nahm die Jugendkapelle am Wertungsspiel in Altenmünster mit Erfolg teil. Auch 1985 zeigten die jungen Musiker bei mehreren Auftritten was sie gelernt hatten. 26 Jungmusiker und 8 Anfänger zählte die Jugendkapelle.

In den Jahren 1983 – 1986 traten in der Vorstandschaft einige Veränderungen ein. 2. Vorstand wurde Franz Wetzstein (ab 27.03.1983); Notenwart (seit 1980) und Vereinsdiener (seit 1977), Willi Wild übernahm ab 1984 auch noch die Tätigkeit des Kassiers. Nachdem Karl Kratzer nach 14-jähriger guter Arbeit als Schriftführer dieses Amt niederlegte, übernahm am 31.03.1985 Michael Hösl diesen Posten.

Seit 1983 ist Werner Wild als stellvertretender Dirigent tätig. 1984 hatte der Verein mit 167 Mitgliedern seinen höchsten Stand; davon 26 aktive Musiker, 34 Jungmusiker und 8 Zöglinge standen in Ausbildung.

Das Jahr 1986 brachte eine bittere Enttäuschung in der Nachwuchsförderung. Die Jugendkapelle die ursprünglich zu großen Hoffnungen berechtigte, musste nach den großen Schulferien aufgelöst werden, da ein Großteil nicht mehr bereit war, weiterzumachen. Die verbleibenden Jungmusiker wurden alsbald in die Stammkapelle integriert.

Eine neue Jugendgruppe wurde aufgebaut, in der Hoffnung, dass auch in Zukunft in Buttenwiesen zur Freude der Einwohner Blasmusik gepflegt wird.

In Ausbildung befinden sich: Markus Jung, Jürgen Kapfer, Florian Kratzer, Stefan Kratzer, Helmut Müller, Thomas Schweitzer, Martin Streitberger, Thomas Wessely, Katja Wöger, Martina Wöger, Tanja Wörle.

Im Jubiläumsjahr 1990 wurden folgende Jungbläser in die Ausbildung aufgenommen:

Christine Burkert, Marc Gottfried, Stefan Greiner, Bettina Gumpp, Tobias Gumpp, Kilian Kratzer, Maria Östreicher, Susanne Reiter, Franz Wetzstein, Simone Wöger, Birgit Wörle

Außerdem konnte zum 60-jährigen Jubiläum die Standarte geweiht werden. Patenverein war die Blaskapelle Unterthürheim.

Das Jahr 1993 sollte für die Kapelle sehr aufregend werden. Es ging über den großen Teich in die USA nach New York zur Steubenparade. Musiker von 13 - 82 Jahren machten sich auf um auf der weltbekannten 5th-Avenue ihr Können zu zeigen. Was das Oktoberfest für die Bayern ist, dies ist die Steubenparade für die Deutsch-Amerikaner. Die Parade geht zurück auf den in Magdeburg geborenen General Friedrich Wilhelm von Steuben, der 1777 erheblich zum Sieg im Unabhängigkeitskrieg beigetragen hatte. Neben dem 5 Kilometer langen Umzug gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Ein Empfang beim Bürgermeister, die Eröffnungsfeier mit Gala-Bankett, Sightseeing im "Big Apple" von den Vereinten Nationen über das World Trade Center bis zum Empire State Building. Musikalisch umrahmte man eine Feierlichkeit im Mercedes Benz Werk New Jersey, ein Deutsch-Amerikanisches Volksfest sowie eine Festmesse in der St. Patrich Cathedral. Die 8-tägige Reise wird allen in langer Erinnerung bleiben.

Gruppenfoto vor den Twin-Towers des World Trade Centers.

1994 geht eine Ära zu Ende. Nach 25 Jahren als Vorstand tritt Josef Scherer zurück. Er wird zum Ehrenvorstand ernannt. Außerdem erhält Anton Schuster die Ehrenmitgliedschaft. Das Amt des 1. Vorstandes übernimmt Werner Wild, 2. Vorstand wird Gerhard Hefele. In Ausbildung treten: Melanie Bäumle, Silke Feldwieser, Christine Fink, Franziska Ganzenmüller, Willi Ganzenmüller, Josef Gerblinger, Anja Müller, Johannes Reiter, Peter Reiter, Manfred Scherer, Tanja Scherer, Franz Wöger jun., Markus Wöger.

1995 treten in Ausbildung: Ramona Buhl, Sonja Buhl, Carola Gillich, Marion Müller, Susanne Östreicher, Christine Sailer, Christian Schnell, Mathias Wörle.

Im Januar 1997 wird mit den Ausbauarbeiten des neuen Probenlokal begonnen. Lange fanden die Proben im "Alten Kino" statt. Mit dem Dachgeschoss des Feuerwehrhauses wurde eine neue Heimat gefunden. Durch den Fleiß der Mitglieder konnte bereits nach gut acht Wochen Bauzeit das neue Probenlokal bezogen werden. Die Feierliche Einweihung fand im August statt.

1999 kann als Ausbilderin für die Jugendarbeit Frau Elke Ebermeyer aus Unterliezheim gewonnen werden. In Ausbildung treten: Sebastian Gessler, Jochen Guttenberger, Sonja Hafke, Andreas Kratzer, Christine Sailer, Felix Stangl, Felix Wismann. Erstmalig wird auch ein Flötenunterricht für die kleineren Kinder angeboten. Die Ausbildung übernehmen unsere Klarinettistinnen Maria Östreicher und Tanja Wörle. Als Flötenschüler beginnen: Maria-Theresia Thoma, Jessica Nuiding, Daniela Hirn, Verena Seitz, Peter Kratzer, Alisa Ebert.

Der Höhepunkt des Jahres 1999 war natürlich das mit dem Schützenverein Grüner Baum Buttenwiesen begangene Fest "200 Jahre Vereinsgeschichte Buttenwiesen". Die Musikkapelle feiert Ihren 70. Geburtstag und der Schützenverein den 130. Schon Jahre vorher begannen die Vorbereitungsarbeiten. Vom 09. - 12.07. konnte ein ansprechendes Festprogramm präsentiert werden.

Um die Jugend anzusprechen eröffnete die Cover-Rock-Gruppe "Big Trouble" am Freitag das Fest. Am Samstag wurde durch die Musikkapelle Buchdorf, dem Patenverein Musikkapelle Unterthürheim und dem Jubiäumsverein ein Sternmarsch zum Rathausplatz durchgeführt. Dort wurde mit dem 1. Fass durch den Schirmherrn Leo Schrell der volkstümliche Teil des Festes eröffnet. Nach dem gemeinsamen Um- und Einzug zur Festwiese übernahm der Patenverein die abendliche Unterhaltung. Der Sonntag begann traditionell mit dem Weckruf und dem Abholen der Festdamen. 

Unsere Festdamen: Hintere Reihe: Miriam Hartl, Birgit Wörle, Katrin Kehl, Jasmin Krebber, Christine Burkert, Kathrin Duschek, Daniela Pfalzgraf. Vordere Reihe: Johanna Burkhart, Franziska Ganzenmüller, Barbara Edelmann, Eva-Maria Edelmann, Michaela Kaltenegger. Sitzend: Sonja Buhl.

Der Festgottesdienst wird von Herrn Pfarrer Erwin Strehl geleitet, die musikalische Umrahmung übernehmen die Steinheimer Musikanten zusammen mit dem Jubelverein. Nach einem vielumjubelten Massenchor kann ein farbenprächtiger Umzug mit 84 teilnehmenden Gruppierungen (darunter 17 Musikkapellen) durchgeführt werden. Auch der während des Umzuges einsetzende schauerartige Regen kann die Stimmung nicht trüben. Als am Abend die Tanzkapelle "Luckies" das Ruder übernimmt ist das Zelt immernoch randvoll. Den Abschluss des Festes gestalten die Zusamtaler Musikanten selber. Die Landhausmodenschau zieht nochmals viele begeisterte Besucher an. Das Fest war rundherum ein voller Erfolg.

Die Zusamtaler Musikanten im Jubiläumsjahr 1999.

Nach der Jahrtausendwende gab es vor allem einige personelle Änderungen, welche den Verein auf die Probe stellten. So beendete der langjährige Dirigent Joe Beck 2001 nach 21 Jahren seine Tätigkeit in Buttenwiesen als Dirigent und Jugendausbilder. In dieser Zeit hat er die Musikanten gefördert und gefordert was sich deutlich in der Leistungssteigerung widerspiegelte. Als Nachfolger konnte Herr Haltmeyer gewonnen werden, welcher bereits die Jugendausbildung übernommen hatte. Ebenfalls 2002 legte der 1. Vorstand Werner Wild sein Amt nieder. In der Generalversammlung erweist sich die Suche nach einem neuen Vorstand schwierig, weshalb der 2. Vorstand Gerhard Hefele vorübergehend die Geschäfte des Vereins führt.

In der Generalversammlung 2003 stehen erneut Neuwahlen an. Herr Hefele erklärt sich, nachdem er den Verein ein Jahr lang kommissarisch als 2. Vorstand geführt hatte, bereit das Amt des 1. Vorstandes zu übernehmen. Als 2. Vorstand wird Simone Wöger gewählt.

Da Herr Haltmeyer aus gesundheitlichen Gründen das Dirigentenamt nicht mehr ausfüllen kann, wird als neuer Dirigent 2004 Herr Konrad Wiedemann gewonnen. 2005 folgt auf ihn Herr Werner Schafnitzel aus Ellgau. Nach diesen schnellen Wechseln hofft die Kapelle wieder Stabilität zu erreichen. So ist es für alle ein Schock, dass auch Herr Schafnitzel aus gesundheitlichen Gründen nach 3 Jahren sein Amt beenden muss. Wieder beginnt die Dirigentensuche. Mit Herrn Winkler hatte man einen neuen Hoffnungsschimmer gefunden, welcher kurz vor dem Konzert jäh endete. Durch das kurzfristige Aufhören konnte leider die Probenarbeit für das Konzert nicht mehr weitergeführt werden und im Jahr 2008 musste somit erstmals das Konzert abgesagt werden. 

Nachdem somit seit Joe Beck innerhalb von 7 Jahre 4 Dirigentenwechsel anstanden, kehrte beim Verein Ende 2008 endlich wieder Ruhe beim Dirigententhema ein. Mit Herrn Bernhard Hoffmann aus Kühlenthal wird ein Dirigent gefunden, welcher wieder schnell die Zügel in die Hand nimmt. Qualitativ geht es wieder aufwärts. Und bereits im Folgejahr können die Konzerte wieder aufgenommen werden. Nachdem jahrelang der 2. Weihnachtsfeiertag als Konzerttag angesetzt wurde, wird das Konzert nun auf Ende November gelegt. 

Ab 2010 beginnt man jährlich einen Blasmusikabend unter freiem Himmel auf der Wiese neben dem Feuerwehrhaus durchzuführen. Die Bürger nehmen diesen gut an. Mit kleinen Pavillons und Zelten wird eine urige Atmosphäre erstellt. 2013 spielt erstmals eine Gastkapelle, die Musikkapelle Oberndorf.

2012 wird der Internetauftritt der Zusamtaler Musikanten relaunched. War bisher rein eine Kontaktseite eingerichtet wird jetzt wissenswertes über den Verein, ein Terminplan, Pressearbeit, Bilder und weiteres eingepflegt.

Im Jahr 2013 beendet Herr Gerhard Hefele in der Generalversammlung die Aufgabe als Vorstand. Mit Herrn Stefan Meßner kann ein Nachfolger gefunden werden. Außerdem kann zum Schuljahresbeginn 2013 erstmals eine musikalische Früherziehung angeboten werden. Der Verein arbeitet mit Frau Bettina Nawratil zusammen, welche diese Aufgabe im Probenheim übernimmt. Sie startet mit 20 Kindern zwischen 4 und 7 Jahren.

Das Jahr 2014, ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Im März bewältigte die Kapelle "mit ausgezeichnetem Erfolg" und "92 von 100 Punkten" das Wertungsspiel im ASM - Bezirk 16 in Oberndorf. Nachdem jahrelang kein Wertungsspiel mehr besucht wurde, trat die Kapelle in der Kategorie Traditionelle Blasmusik Mittelstufe an. Ein weiteres Highlight in 2014 war das Volksfest in Deggendorf. Auch der 5. Blasmusikabend war ein voller Erfolg, wieder hatte die Kapelle Glück mit dem Wetter. Die musikalische Umrahmung übernahm die Binswanger Blasmusik. Um die Jugendarbeit weiter zu fördern beteiligte sich die Kapelle zum 1. Mal beim Ferienprogramm. 11 Kinder konnten spielerisch verschiedene Instrumente ausprobieren. Unter tiefer Trauer musste der Verein 2014 aber leider auch mit Herrn Karl Kratzer und Herrn Horst Richter zwei Ehrenmitglieder, und mit Herrn Robert Bürger einen jahrelangen Fahnenbegleiter zu Grabe tragen. Sie waren über Jahrzehnte Stützen des Vereines.

Mit 8 Jungmusikanten gründeten die Zusamtaler im Jahr 2015 eine vereinseigene Jugendkapelle. Der erste Auftritt an der Maifeier in Buttenwiesen unter der Leitung von Bernhard Hoffmann war dabei ein voller Erfolg.

Im Jahr 2016 besuchten wir wieder einmal die Partnergemeinde Mülsen St. Niklas. 25 Musiker machten sich auf den Weg um einen besonderen Samstag-Abend zu gestalten. Zusammen mit der Trachtenkapelle Höpfingen brachten wir das Festzelt zum Beben. Am Sonntag spazierten wir mit Blasmusik durch Mülsen, um dann ab 14:00 Uhr am farbenprächtigen Umzug zur 700-Jahr-Feier teilzunehmen. Für alle Mitreisenden war es ein unvergessliches Erlebnis. Die Stimmung kann mit anderen Festen nicht verglichen werden. Außerdem wurde im Sommer die Zusammenarbeit mit unserem Dirigenten Bernhard Hoffmann beendet. Gottfried Rabel aus Alerheim übernimmt ab September den Taktstock. Das Dirigat der Jugendkapelle übernimmt sodann Anja Kratzer, eine langjährige Musikerin aus Buttenwiesen. Leider mussten wir auch 2016 mit Anton Schuster ein weiteres langjähriges Ehrenmitglied zu Grabe tragen.

Das Projekt "Jugendkapelle Zusamtaler Musikanten" wird dank dem Verdienst der Jugendleiterin Karin Wild weiterhin ausgebaut. Im Jahre 2017 steigt die Anzahl der Kinder bereits auf 23 Jungmusikanten. Diese haben nun bereits einige Auftritte bei denen alle hochmotiviert und immer mit viel Spaß bei der Sache sind.

Die Stammkapelle im Jahr 2017

Im Jahr 2018 beginnen die Vorbereitungen für das 90-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 2019. Ein gemeinsames Gruppenfoto mit der Stamm- und Jugendkapelle geben den Auftakt.

Leider müssen wir auch im Jahr 2018 mit Leonhard Fischer ein langjähriges Ehrenmitglied zu Grabe tragen.

Im Jahr 2019 darf die Musikkapelle "Hans Fischer - Zusamtaler Musikanten e.V." ihr 90-jähriges Jubiläum feiern. Vom 12. - 14. Juli wird folgendes Programm geboten:

Bereits am Samstag vorher beginnt der Aufbau des Zeltes mit 15 x 35 m und Anbauzelten für Küche, Ausschank und Bar auf dem ehemaligen Gundel-Anwesen direkt neben dem Gasthof Mengele. Die Woche bis zum Jubiläum ist gefüllt mit Aufbauarbeiten, Dekorationen und einem bangen Blick auf das Wetter. Es wird Regen vorhergesagt.

Am Freitag um Punkt 20:00 Uhr endlich der Auftakt. Die Formation Viera-Blech aus Tirol gibt ein fulminantes Konzert. Ca. 450 Gäste genießen Solostücke und Blasmusik vom Feinsten. Das das Konzert schon um 23:00 Uhr vorüber ist, ist ein Wehmutstropfen, aber die Bar und der Ausschankwagen werden gut besucht.

Am Samstag wird umgebaut. Eine zweite Bühne kommt ins Zelt, um für den Blasmusikabend gerüstet zu sein. Das Wetter ist wechselhaft, aber pünktlich zum Massenchor hält es. Auf dem Marktplatz treffen nach dem Jubelverein die Kapellen aus Donauwörth, Ellgau, Hirblingen und dem Patenverein Unterthürheim ein. Zwischen den Grußworten des Vorstandes Stefan Messner, des Landrates Leo Schrell, des Bürgermeisters Hans Kaltner und der Bezirksvorsitzenden Angela Ehinger spielen die Kapellen zum Massenchor auf. Die Stücke In Harmonie vereint, Ruetz, Schwabenhymnus und die Bayern- und Deutschlandhymne. Nach dem Marsch zum Festzelt ist dieses prall gefüllt. Schnell werden noch Garnituren im Freien aufgestellt, bevor die Stadtkapelle Donauwörth den Fahneneinzug musikalisch umrahmt. Abwechselnd starten dann die Stadtkapelle Donauwörth und die Laugnataler einen Reigen böhmischer Blasmusik und bringen Stimmung ins Zelt. Diese wird ab ca. 21:30 Uhr von den Dettinger Musikanten und der Trachtenkapelle Hirblingen aufgenommen und bis halb eins in ein stimmungsvolles Finale geführt. Für jeden der dabei war, wird dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben.

Am Sonntag beginnt der letzte Tag des Festes mit einem Festgottesdienst im Zelt. Der Besuch des Gottesdienstes war sehr gut, und hat uns alle überrascht. Zum Frühschoppen spielt der Patenverein aus Unterthürheim auf. Auch sie wissen mit einem bunten Programm die Gäste zu begeistern. Nach dem Mittagstisch um ca. 13:30 Uhr übernimmt die Jugendkapelle das Ruder. Bis dann um ca. 16:00 Uhr das offizielle Ende verkündet wird.